Beispiel:
Radiofrequenztherapie an der Wirbelsäule

Synonyme: RF-Denervation, Wärmesonde

Laut Prof. Dr. Gradinger (Ordinarius der Orthopädischen Uniklinik Rechts der Isar, TU-München) sind es oft nicht die Bandscheiben, sondern die kleinen Wirbelgelenke hinten an der Wirbelsäule, die dort bei Verschleiß starke Schmerzen auslösen können. Diese kleinen Wirbelgelenke können heute ohne großen Aufwand, ambulant und ohne Krankenhausaufenthalt, in lokaler Betäubung risikoarm behandelt werden. Die Wirksamkeit dieser im weiteren als Facettendenervation bezeichnete Methode wurde in einer Doppelblindstudie von Lord nachgewiesen. Der therapeutische Effekt hält von einem halben Jahr bis zu sieben Jahren an.
In der Regel sind diese Schmerzen durch Nervenverflechtungen mehreren Wirbelgelenken übereinander zugeordnet, so dass sich die Behandlung auch über mehrere Segmente erstrecken muß. Schwerwiegende Nebenwirkungen gibt es bei sachgemäßer Anwendung nicht. Möglich sind Entzündung im Verlauf des Einstichkanals, kleine Blutergüsse im OP-Gebiet und vorrübergehende Nervenreizungen an der Einstichstelle (Brennen, Pelzigkeit).
Der Patient muß nicht nüchtern sein und sollte alle Medikamente, die er sonst auch einnehmen muß, einnehmen. Aspirin sollte 5 Tage zuvor allerdings nicht mehr eingenommen worden sein. Bei Blutverdünnung mittels Marcumar oder ähnlichen Präparaten kann der Eingriff erst nach ärztlich nachgewiesener Gerinnungsfähigkeit durchgeführt werden.

Die Durchführung dieses Eingriffes erfolgt in Bauchlage. Weder die Betäubung noch der Eingriff selber ist nennenswert schmerzhaft. Es wird eine dünne Sonde, die in etwa so dick ist wie eine Spritzennadel, unter Röntgenkontrolle seitlich an den oberen Gelenkfortsatz gelegt. Hier läuft der kleine Gelenknerv (Ramus medialis). Ist jetzt die Sonde korrekt platziert,dann wird die Spitze dieser Sonde über 60 Sekunden auf 80 Grad erhitzt und damit der kleine Nerv denerviert und in seiner Leitfähigkeit unterbrochen. Es handelt sich bei diesem Gelenknerv um einen rein sensiblen Nerven, der lediglich Schmerzsignale weiterleitet und keine motorischen Anteile für Bewegungen oder Haltefunktionen enthält. Dieser Vorgang wird an 4 aufeinanderfolgenden Wirbelsegmenten durchgeführt. Dieser denervierte Nerv ist bei dieser Methode nicht abgetötet, sondem er regeneriert sich nach ca. sechs Monaten. Die Gesamtdauer des Eingriffes beträgt ca. 30 Minuten.